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  Keiyrena van Lethrandyr
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Erinnerungen, die durch den Traum aufgewirbelt worden waren, die ihr keine Ruhe ließen. Immer wieder hatte sie diesen Traum, immer und immer wieder, es wollte kein Ende nehmen. Und es schmerzte ihr, sehr sogar. Den Gedanken einhalt gebietend zwang sie sich auf die Beine, tappte langsam zum Fenster und zog dort die Vorhänge zur Seite. Eine noch schwache, gerade erst aufgegangene Morgensonne strahlte ihr entgegen. Ebenso wie der Anblick einer toten Stadt. In jenem Traum sah sie Kelian sterben, ihren kleinen Bruder, durch die Hand eines Wesen, das eine beängstigende Ähnlichkeit mit ihrem Vater hatte, dem Fürst über diese Stadt und den Wäldern drum herum. Tatsächlich war ihr Bruder aber vor nunmehr drei Jahren verschleppt worden. Am selben Tag, an dem aus ihr immernoch unbekannten Gründen die Stadt durch die Hand einer Horde Wilder leergefegt wurde. Einige getötet, und die, die sich ergaben, verschleppt. Jene, die es geschafft hatten sich zu verstecken, verließen Thaliev, die Stadt, anschließend. Nur sie, die Tochter des Fürsten, eine jener Versteckten und damit überlebenden, war geblieben,
in der Hoffnung, dass ihr Bruder irgendwann zu ihr zurück kehren würde. Leise seufzte das Mädchen. Sie

 
wand sich vom Fenster ab und schlenderte hinüber zu einem Spiegel, dessen untere Hälfte einen quer verlaufenden Riss aufwies. Ein hageres, junges Mädchen blickte ihr aus gräulichen Augen entgegen, dessen bis zur Taille reichenden, schwarzen Haare wuschelig auf ihrem Kopf und den Schultern lagen. Ihre Augen waren schmal und ihr Körper wirkte sogar durch den Stoff des kurzärmligen Leinenkleides, welches ihr als Schlafgewand fungierte, knochig und von einem langen, harten Winter geprägt. Zwar sollte man sie nicht als Klappergestell bezeichnen, doch viel trennte sie davon tatsächlich nicht mehr.
suavis am 14.7.09 21:24


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